Jubiläumsfeier

"Treffpunkt Ohr - Verein für besseres Hören“ feierte sein 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt

Vertreter aus Medizin, Politik, Wirtschaft und Interessensverbänden waren zu Gast

„Ob ein Verein jung oder alt ist, sagt nichts über seinen Wert. Doch wenn die Idee, die ihn zusammenhält und mit Leben erfüllt, über 70 Jahre lang alle Wirren der Zeit überdauert hat, ist dies mehr als Anerkennung wert,“ befand der Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten von „Treffpunkt Ohr“, der Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, in seinem Grußwort. Und dass er mit dieser Einschätzung des „Vereins für besseres Hören“ nicht alleine ist, zeigt nicht zuletzt die große Resonanz zum Festakt Ende Oktober im Haus Horchheim: Über 100 Gäste waren gekommen, um gemeinsam das 70-jährige Bestehen des Vereins zu feiern – für viele unter ihnen ganz klar „ihr“ Verein.

So war es dann natürlich auch ein Fest von und für die Vereinsmitglieder: Ehrungen wurden vorgenommen und die einzelnen Gruppen des Vereins stellten sich und ihre Geselligkeiten beim Kegeln, Wandern, Mundablesen oder auch in der CI-Gruppe vor. Doch auch Gäste aus Medizin, Politik, Wirtschaft und Interessensverbänden waren der Einladung von „Treffpunkt Ohr“ gefolgt und lauschten der von Dirk Zimmer mit viel Schwung und Kurzweil moderierten Veranstaltung. Für den musikalischen Rahmen sorgten Schüler der Musikschule der Stadt Koblenz und der Männergesangverein Loreley aus Koblenz-Niederberg, die Tanzgruppe des HCV Horchheim begeisterte mit ihren Show-Tänzen.

Eines der wichtigsten Anliegen von „Treffpunkt Ohr“ ist es, zu informieren. „Denn“, so die erste Vorsitzende Brigitte Hilgert-Becker, „Information ist bei Schwerhörigkeit und Tinnitus das A und O, denn Wissen nimmt Angst. Wissen schafft Verständnis. Wissen eröffnet auch neue Wege nach außen, klärt auf und fördert. Und Wissen gibt Mut und Selbstvertrauen.“ Vor diesem Hintergrund ist „Treffpunkt Ohr“ in vorbildlicher Weise gelungen, worum viele Selbsthilfegruppen und -organisationen heute noch kämpfen: die gegenseitige Akzeptanz der Kompetenzen von Fachkräften und den ,,Experten in eigener Sache“, den von Hörbeeinträchtigung Betroffenen. Gerade diese vorbildliche Vernetzung zeichnet die Arbeit und auch die Zusammensetzung des Vereins in besonderer Weise aus.

Und so verwundert es nicht wirklich, dass auch HNO-Ärzte aus der Region zu den Mitgliedern des Vereins zählen, wie beispielsweise Dr. Roland Jacob, Leitender Arzt der HNO-Abteilung des BWZK, oder auch Dr. Friedhelm Walzer, niedergelassener HNO-Arzt in Koblenz. Sie und ihre Kollegen, Dr. Frank Padberg, HNO-Arzt aus Lahnstein, Dr. Oliver Reich, HNO-Arzt im Katholischen Klinikum Marienhof, und Prof. Dr. Hasso von Wedel, Audiologe an der HNO-Universitätsklinik Köln, stellten sich im Rahmen des Festakts einem mit viel Aufmerksamkeit verfolgtem Gespräch. Tenor dieser Experten-Runde: Gutes Hören bedeutet mehr als nur aktive Teilhabe am Leben! Gutes Hören bedeutet – gerade auch im Alter – Integration und geistige Fitness. Besonders wichtig ist dabei die frühzeitige und beidseitige Versorgung mit Hörsystemen, da diese wichtig für die räumliche Orientierung ist, der Vereinsamung und Isolation vorbeugt sowie Degenerationsprozesse der zentralen Hörbahn verhindern kann und damit in aller Regel zu einer ausreichenden Wiederherstellung des Kommunikationsvermögens führt. Wie gut genau dies zu bewerkstelligen ist und welches Mehr an Lebensqualität und -freude hörbeeinträchtigte Menschen haben, die mit HörSystemen versorgt sind, zeigte die Feierstunde zum 70. Geburtstag des Vereins für besseres Hören „Treffpunkt Ohr“ selbstredend.

Eine informative und reich bebilderte Festschrift ist erhältlich in der Geschäftsstelle des Vereins, Schlossstraße 25, 56068 Koblenz, Tel. 02 61/3 50 50, Fax: 02 61/3 50 75, oder bei der Nebenstelle in Linz, Rheinstraße 7, 53545 Linz, Tel. 0 26 44/98 03 00, Fax: 0 26 44/98 03 02.